radio multikulti

Samstag 10:00-13:00

Meridian 13

Das Musikmagazin

Das Weltmusikmagazin von Radiomultikulti war fast 13 Jahre lang eine aufregende musikalische Reise rund um den Globus. So wie der Berlin berührende Längengrad verband die Sendung die Stadt musikalisch mit dem Rest des Erdballs. Fern von dem sonst üblichen Mainstream-Mix wechselten sich indische Filmhits ab mit Afro-Pop, karibischer Salsa, Ethno-Klängen, keltischem Folk-Rock internationalen Jazz- und Soulklassikern oder den Rhythmen der Musica Popular Brasileira. Musikalische Stilbrüche waren in dieser Sendung Programm.

Korrespondenten der Musik

Wenn so viele Hörer Radiomultikulti vor allem wegen der ungewöhnlichen Musik einschalten, dann holen wir doch die, die diese Musik machen, ins Studio und stellen sie auf sehr persönliche Weise mit ihrer Musik vor, lassen sie erzählen von ihrem Leben in einer anderen Region dieser Welt, von den Traditionen und Verhältnissen, unter denen sie ihren Weg gegangen sind.

Lernen wir den Menschen kennen über den Notenschlüssel hinaus, sein Temperament, seine Fröhlichkeit oder Nachdenklichkeit, seine Gedanken über die Welt von heute und vieles, was dem Musikliebhaber abends beim Konzert verborgen bleibt. Musiker sind auch die besten Korrespondenten, denn sie leben, worüber sie uns in der Sendung dann berichten. Laden wir dazu auch jene großen Musiker ein, die Musikgeschichte geschrieben haben, die Menschen musikalisch begeistert und beeinflusst haben, egal ob sie in Rio, Malmö, Kapstadt, Warschau oder Tokio geboren wurden und irgendwann die Reise nach Berlin angetreten haben, um hier zu leben.

Beobachten wir vor allem aber auch die Entwicklung der internationalen, multikulturellen Musikszene dieser Stadt, Bands, die sich aus Musikern unterschiedlichster Herkunftsländer zusammensetzen und die uns das Zusammenleben Tür an Tür und das zusammen arbeiten vormachen. Laden wir Veranstalter ein, die nicht das dicke Auto fahren, aber mit Hingabe an multikulturellen Projekten arbeiten, die das Leben in der kosmopolitischen Stadt bereichern und das Zusammenleben der Menschen fördern.

Soundcheks bei laufender Sendung

Live und Livemusik in entspannter Atmosphäre zu der auch Zeit zum Nachdenken, Zeit für Spaß und Lachen war - kein Schnitt und keine Schere im Kopf. Und es gehörte zur Normalität, dass die Musiker mit ihren Instrumenten ins "Meridian 13"- Studio kamen und Vocalisten vorher einmal die Tonleiter rauf und runter übten - egal, ob sie zu den ganz Großen in der Weltliste und Grammy-Gewinnern zählten oder auf dem Kudamm wegen ihrer Virtuosität aufgefallen waren. Es hatte sich unter den Musikern und ihren Managern auch in anderen Ländern herumgesprochen, dass es zum guten Ton gehörte, in dieser Sendung von Radiomultikulti "etwas live zu machen". Auch die großen Berühmtheiten hatten ihren Spaß daran, etwas Besonderes live und ohne Korrekturmöglichkeit vorzuführen. Das hieß auch Soundcheks bei laufender Sendung.

"Meridian 13" wurde zum Anlaufpunkt für die Musikszene der Stadt, von Journalisten, die von internationalen Musikereignissen und Festivals rund um den Globus berichteten und vor allem von Musikern, die auf ihren Welttourneen oder mit ihren neuen CDs im Koffer Berlin besuchten, Weltstars, von denen ungewöhnlich viele den Weg in das Studio von "Meridian 13" gefunden haben, z.B. Ibrahim Ferrer, Rubén González, Noa, Weather Report-Gründer Joe Zawinul, Johnny Clegg, Angélique Kidjo, die Epstein Brothers, Mikis Theodorakis, Lokua Kanza, Miles Davis- Bassist Marcus Miller, Zakir Hussein, Zap Mama, Maceo Parker, Femi Kuti, Aziza Mustafa Zadeh, Chico César, Trilok Gurtu, Herbie Hancock, Maria Farantouri, Richard Bona oder Manu Dibango. Es waren zu viele, um sie alle aufzuzählen.

Das Team

Zusammengestellt und zusammengehalten wurde die Sendung von Dietmar Meinhold; Assistenz Rebecca Roth. Die Moderation in den letzten Jahren übernahmen im Wechsel Elisabetta Gaddoni, Shelly Kupferberg, Johannes Theurer und über viele Jahre Wolfgang König.

Die Gruppe der Radiomultikulti-TechnikerInnen und AufnahmeleiterInnen musste oft improvisieren, aber sie schaffte es, dass die Akustik stimmte und die Gäste staunten. Die Technik wie auch die gut ausgewählte Gruppe der Moderatoren war oft mehr als überrascht, wenn plötzlich aus den fünf angekündigten Studiogästen über Nacht eine Runde von über 20 Musikern und Vocalisten und ein Kamerateam eines ausländischen Fernsehsenders geworden war oder Flamencotanz hörbar gemacht werden musste. "Meridian 13" bedeutete also auch, mit Unvorhergesehenem umgehen zu können. Das kleine Wörtchen "live" mit all den Überraschungen hat dem Team von "Meridian 13" viele erzählenswerte Erinnerungen beschert - großartige Radioerinnerungen.

Dietmar Meinhold

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