

Zwei Weltstars aus Paris, 14 Live-Acts auf drei Bühnen und jede Menge Tanz: Radiomultikulti hat zum "VölkerBall" geladen – der größten Multikulti-Party des Jahres. Und das Haus der Kulturen der Welt kochte. Ob Speed-Folk aus Russland, brasilianische Samba oder orientalische Elektronik: Hunderte Multikulti- und Weltmusik-Fans tanzten die Säle.
Eröffnet wurde der "VölkerBall" von Gayle Tufts, der Erfinderin des "Dinglish". Die Sängerin, Schauspielerin, Autorin und Stand-up Comedian vereint auf der Bühne mindestens zwei Sprachen und unzählige Genres zu einer einzigartigen Bühnenpräsenz. Die Kunst des "Storytelling" beherrscht Gayle Tufts wie keine andere und genau damit brillierte sie zum Auftakt des "VölkerBalls".
Mit Raul Paz und Lokua Kanza waren in diesem Jahr gleich zwei Superstars der world wide music exklusiv vertreten!
Der "French Cubano" Raul Paz reiste mit seinem dritten Album im Gepäck nach Berlin und mit einer Energie, die kaum mehr zu toppen ist. Der in Paris lebende Kubaner mixt auf einmalige Weise traditionelle Elemente mit Reggae, Funk, Pop und Hip Hop. Das Ergebnis nennt er schlicht "Cubanité" oder "Cubanisme" - und das war und ist nicht nur phantastisch tanzbar, sondern auch sehenswert.
Auch Lokua Kanza ist seit Jahren fester Bestandteil der Weltmusik-Szene. Bei seinem einzigen Deutschland-Auftritt auf dem "VölkerBall" begeisterte der aus dem Kongo stammende und ebenfalls in Paris lebende Musiker seine Fans. Kanza vereint auf seinem aktuellen Album "Plus Vivant" diese beiden Kulturen zu einem einzigartigen Sound.
Neben den Superstars spielten viele Topbands der deutschen WorldMusic-Szene. Mirta and the Goalgetters waren im Mai das Highlight auf der Geburtstagsparty vom WDR Funkhaus Europa in Köln. Nun bezauberte die charismatische Sängerin Mirta auf dem VölkerBall - mit Soul-Funk voller kubanischer Wärme. Die gefeierte Hip Hop-Queen Aziza A. rappte den krachvollen Saal mit türkischen funky beats.
Geige und Akkordeon bilden die wichtigsten Ingredienzen von Amalá, deren Balkan und Ziganmusik wie ein sauber gebrannter Schnaps gleichzeitig in Bauch und Hirn dreht. Wer wissen wollte, was Sovietabilly ist, tauchte mit Dr. Bajan in ein wahres Feuerwerk russischen Temperaments ein.
Der gebürtige Indonesier Sandhy Son Doro überzeugte mit seiner souligen Stimme in der stillen, vollen Welt seiner Gitarrenklänge, Florentin Chiran mit seiner Geige. Der Rumäne tourte bereits mit Nigel Kennedy und macht aus rumänischer Folklore ein Klangereignis voller Leidenschaft und Melancholie.
Das portugiesische Trio Fado steht für die Sehnsucht des rauchigen, tiefsinnigen Fado. Aus einer ganz anderen Richtung kommen Nomad Sound System, die in der Sparte Newcomer in diesem Jahr den deutschen Weltmusikpreis RUTH gewonnen haben. Ihre hervorragend tanzbaren Grooves kommen aus Laptop und Turntables - gemixt mit tunesischem Raigesang.
Sabah Habas Mustafa Comfortable Trio präsentierten die größen Hits aus der mittlerweile 30-jährigen Musikkarriere des Sabah Habas Mustafa alias Colin Bass. Und auch der Gewinner des diesjährigen Karnevals der Kulturen war mit von der Partie - die Sapucaiu no Samba Showband mit ihren mitreißenden Rhythmen, Trommeln und Tänzen aus den Tiefen brasilianischer Lebenslust.
Und, last but not least, spielte die umwerfende, einzigartige, genial-phantastische Radiomultikulti-Band: Los Multikultis
Wem das alles zu viel wurde, der konnte im Radiomultikulti-Club mit DJ Grace Kelly (Brasilien) und Jesus del Valle (Kuba) einfach abtanzen. Und für intellektuelle Nahrung war auch gesorgt: Die türkischen Dauerbrenner Hacivat & Karagöz zeigten ihr hintersinniges Schattenspiel, das seit vielen Jahrhunderten fester Bestandteil des türkischen Kulturkosmos ist: ironisch, bissig, komisch.
© 2007 Rundfunk Berlin-Brandenburg