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Zwitschern im Web

Von Jörg Schieb

Im Web wird immer mehr und immer lauter gezwitschert. Twittern sagen Internetfans dazu. "To twitter" ist das englische Wort für zwitschern. Wer twittert, schickt kurze Nachrichten von maximal 140 Zeichen via Internet an die ganze Welt. Die kann jeder, der mag, lesen oder auch abonnieren - und so auf dem Laufenden bleiben. Twittern scheint der nächste, große Trend im Netz zu sein, meint Jörg Schieb.

Getwittert wird mittlerweile rund um den Globus. Praktisch jede Sekunde schreibt irgendjemand etwas auf: Was er gerade tut, was er gerade denkt, was ihn im Augenblick bewegt. In Englisch, Deutsch - und in vielen anderen Sprachen. Jede dieser Nachrichten besteht aus maximal 140 Zeichen. Länger darf eine Twitter-Botschaft nicht sein.

Man kann schon seit einigen Monaten twittern, also Kurznachrichten ins Web verschicken. Aber es dauert halt immer ein bisschen, bis sich eine neue Technik durchsetzt - oder wieder verschwindet. Twitter hat sich ganz klar durchgesetzt, ist derzeit der absolute Trend im Web. Es gibt diverse Webseiten und Dienste, die Twitter nutzen und erweitern.

Aber was ist twittern genau? Das ist nicht einfach zu erklären, denn wer eine Twitter-Nachricht aufschreibt, schickt diese Nachricht nicht an eine bestimmte Person, sondern hängt sie quasi an eine Art virtuelles schwarzes Brett im Internet. Und jeder kann die Nachricht dann lesen. Wenn er möchte. Twittern ist sozusagen eine interessante Mischung aus SMS-Nachricht, E-Mail, Blogeintrag und Onlinetelegramm.

Und so funktioniert das bei Twitter: Man besucht die eher unscheinbare Twitter-Webseite, meldet sich dort an - und tippt hier seine kurzen Nachrichten ein. Fertig. Damit sind die Nachrichten in der Welt. Jetzt heißt es: Auf mögliche Reaktionen warten. Natürlich kann man auch sehen, was andere gerade so schreiben ...

Es gibt mittlerweile ausgefeilte Software und Suchfunktionen, die dabei helfen, Twitter-Nachrichten aufzuspüren. Schreibt gerade jemand etwas über den neuen Firefox-Browser? Wer danach sucht, findet die jüngsten Twitter-Nachrichten zum Thema. Und so kann man zu jedem Thema suchen - vielleicht ist jemand dabei, der was Interessantes schreibt.

Dann will man natürlich nichts verpassen - und klickt auf "Verfolgen". Man abonniert quasi die Nachrichten dieser Personen, bekommt automatisch alle neuen Nachrichten zu sehen. Schön und gut, mögen Sie jetzt denken - wer's mag ... Aber ist das wirklich sinnvoll? Muss das sein? Die Antwort ist: Im Zweifel reicht es doch schon, wenn es allen Beteiligten Spaß macht. Das Internet stellt halt immer wieder neue Möglichkeiten zur Verfügung, damit sich Menschen austauschen können. Twittern ist eine neue. Man schreibt etwas auf und weiß gar nicht, wer es alles liest. So wie in einem Blog oder auf einer Webseite. Nur eben kürzer, und andere können es abonnieren.

Man kann auch mit dem Handy twittern. Ist eigentlich schon fast keine Überraschung mehr, oder? Das funktioniert jedenfalls relativ komfortabel: Man kann unterwegs Nachrichten schreiben und so Freunde, Kollegen, eben die ganze Welt auf dem Laufenden halten. Oder man liest, was die anderen so schreiben. Und das ist normalerweise sogar billiger als SMS-Nachrichten zu verschicken, da man die mittlerweile recht günstigen Datentarife nutzen kann. Viele haben sogar eine Daten-Flatrate, dann kostet das Twittern gar nichts extra. Kein Wunder, dass immer neue Ideen geboren werden, was sich damit so alles anstellen lässt.

Zum Beispiel Fotos verschicken, die man mit dem Handy aufgenommen hat: Auf der Twitpic-Webseite kann man sehen, dass viele Leute davon schon Gebrauch machen. Sie schicken ihre Bilder per Twitter in alle Welt.

Wer wissen will, welche Themen gerade angesagt sind: Es gibt eine Twitter-Statistik. Twist. Dort kann man sehen, wie oft einzelne Begriffe in den öffentlichen Twitter-Nachrichten fallen. Ein Trendbarometer. Twitter setzt sich jedenfalls mehr und mehr durch. Längst gibt es andere Webseite wie wamadu.de, texteln, jaiku, frazr und viele andere. Sie funktionieren alle mehr oder weniger nach demselben Prinzip.

Wer so richtig verstehen will, wie es funktioniert, der muss es wohl selbst mal ausprobieren. Nach einer Weile macht es sogar Spaß.

© 2007 Rundfunk Berlin-Brandenburg

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