

Man hört immer häufiger, dass es wichtig wäre, auf der Packung von Lebensmitteln die Anzahl der Kilometer anzugeben, die für den Transport des Produktes notwendig waren. Manche würden am liebsten gleich die entsprechend verursachte CO2-Emission kalkulieren und drauf schreiben. Nun hat ein Wissenschaftler den Begriff des „Virtuellen Wassers“ erfunden. Damit lässt sich messen, wie viel Wasser für die Herstellung von Lebensmittel und anderen Konsumgütern gebraucht wird.
Zum Beispiel: Für 1 Tasse Kaffee werden von der Plantage bis zum Endverbraucher ca. 140 Liter Wasser gebraucht. Eine Tonne Weizen braucht 1000 Tonnen Wasser. Fleisch ist der größte ‚Wasserverschlinger’ überhaupt: Eine Tonne Rindfleisch braucht 16 000 Tonnen Wasser!
John Anthony Allan vom Londoder King’s College hat sich dieses Messsystem ausgedacht, damit sich die Verbraucher darüber bewusst werden, dass sie auch am Tisch auf das Problem der Wasserknappheit Einfluss nehmen können. Viele denken, es sei schon genug, wenn man duscht, anstatt zu baden, oder wenn man beim Zähneputzen den Wasserhahn zwischendurch zudreht. Dabei verbrauchen die Menschen für Trinken, Waschen, Körperpflege und ähnliches im Schnitt nur 150 Liter Wasser am Tag. Der größte Wasserverbrauch steckt im Essen.
So kann schon eine kleine Umstellung in den Ernährungsgewohnheiten ganz viel bringen! - behauptet John Anthony Allan, der selbst Vegetarier geworden ist. Er meint, es sei schwierig, so was zu vermitteln, weil wir aus einer Tradition kommen, in der Fleisch den Mittelpunkt eines Essens darstellt und Inbegriff für festliches Speisen ist. Dazu steigt mittlerweile der Konsum von Fleisch, vor allem von Rindfleisch, auch in Ländern, in denen bislang mehr Gemüse gegessen wurde (z.B. in Asien). Man kann die Menschen nicht mit Zwang davon abbringen, oft Fleisch zu essen, aber der Begriff „Virtuelles Wasser“ kann helfen, dass sich die Menschen über solche Zusammenhänge bewusster werden. Schon heute leidet 1/5 der Weltbevölkerung unter Wasserknappheit. Laut Berechnungen wird es bis zum Jahr 2025 ein Drittel sein. Entweder bekommen wir das Problem in Griff, auch mit Hilfe des ‚Virtuellen Wassers’, oder es gibt Wasser irgendwann wirklich nur noch virtuell!
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